Vereinsgeschichte

1984 (10.Juni) wurde der Verein gegründet durch Mitglieder der VVN, der DKP, der SPD und der Gewerkschaft. Vielen von ihnen waren ehemals Verfolgte des Naziregimes, die die internationale Solidarität in den Zeiten des Faschismus kennen gelernt hatten. Sie wollten Nicaragua helfen die drastischen Folgen der Ausbeutung durch das Somozaregime, der Wirtschaftsblockade der USA und des Contra-Krieges zu mildern. Man wollte die in den schweren Jahren der Verfolgung durch das Nazi-Regime erfahrene internationale Solidarität an das kleine tapfere Volk von Nicaragua zurückgeben. Der damalige Generalkonsul Alberto Evertsz berichtete von den Problemen des Kinderkrankenhauses LA MASCOTA in Managua; dorthin sollte die Hilfe gehen. Der erste Container am 6. Juni 1984 erhielt auf dringenden Wunsch des Direktors dieses nationalen Referenz-Kinderkrankenhauses, Dr. Fernando Silva (bekannt als Kinderarzt und Poet) vor allem dringend benötigten Medikamenten und medizinischen Artikel. Danach folgten kleinere Sendungen von Medikamenten.
1986 war Dr. Fernando Silva während einer Solidaritätsreise durch Europa auch in Hamburg. Er lernte bei einer Veranstaltung im AK Wandsbek die Mitglieder des Vereins kennen. Durch seine beeindruckenden Schilderungen über Erfolge im Gesundheitswesen nach dem Triumph der sandinistischen Revolution konnte er neue Freunde und Freundinnen für den Verein gewinnen.
1987 reiste Jürgen Steidinger (der neue Vereinsvorsitzende) für zehn Wochen nach Nicaragua. Dort knüpfte er neue Kontakte und konnte viele Anregungen für die weitere Hilfe mitbringen. In dieser Zeit wurde die Suche nach Spenden durch Pharma-Firmen und hilfsbereiten Institutionen intensiviert und ausgeweitet. Damals wurde auch das Kinderkrankenhaus Velez Pais in Managua und die Organisation Eltern behinderter Kinder Los Pipitos in die Arbeit des Vereins eingebunden.
1987 - 1991 ermöglichte der Verein drei jungen nicaraguanischen Ärzten Fortbildungsaufenthalte bis zu 2 Jahre in verschiedenen Hamburger Institutionen wie der Kinderklinik Altona, dem AK Altona und dem Werner-Otto-Institut. Der Erfolg war leider nur vorübergehend, da die Ärzte nach ihrer Rückkehr das Erlernte nur teilweise umsetzen konnten bzw. ihren Wirkungsbereich mehr in die Privatmedizin verlegten. Deshalb hat der Verein von derartigen weiteren Hilfen, die immer nach Vorschlag und Bitten aus offiziellen Stellen in Nicaragua organisiert worden waren, abgesehen. Mehrmals im Jahr gingen Container mit Medikamenten und medizinischem Verbrauchsmaterial sowie Hilfsgeräten für Behinderte an die betreuten Kinderkrankenhäuser in Managua und León sowie an Los Pipitos.

1988 hat sich der Verein Helft Nicaraguas Kindern e.V. das erste Mal am Markt der Völker beteiligt.

1989 bis 1994 wurde nach der Unterzeichnung des Vertrages für die offizielle Städtepartnerschaft Hamburg - León die Kinderabteilung des Iniversitätskrankenhauses HEODRA (Hospital Escuela Oscar Danilo Rosales Arguello) in die Hilfe mitaufgenommen. Ebenfalls in dieser Zeit besuchten mehrere Freunde und Vertreter des Vereins Helft Nicaraguas Kindern e.V. das Land und führten mehrmonatige Fortbildungsveranstaltungen vor allem im Bereich Krankengymnastik bei Los Pipitos durch. In dieser Zeit hat der Verein das Projekt auch beim dem Erwerb eines eigenen Hauses
unterstützt.

1992 ließ sich Jürgen Steidinger – zu der Zeit Leitender Oberarzt der Neugeborenen-Intensivstation im AK Wandsbek - beurlauben und begann auf Wunsch beider Seiten als Integrierter Experte von CIM am HEODRA zu arbeiten. Mit Hilfe des Vereins baute er eine Intensivabteilung für schwerkranke Neugeborene auf und koordinierte die Projekte für den Verein Helft Nicaraguas Kindern e.V. in León.

In den folgenden Jahren wandelte sich die Art der Projekte und verlegte sich mehr auf Kinder in Not.

1994 begann der Verein ein Projekt für drogenabhängige Straßenkinder zu finanzieren. Das Projekt heißt heute Chavaladas und betreut bis zu 35 Kinder im Alter zwischen 6 und 15 Jahren. In diesem Jahr startete auch die Psychologin Amalia Cuadra ihre Arbeit im Projekt. Seit 1995 finanziert der Verein das Projekt Niños del Fortín für zuerst 85 Kinder vom Müllberg. Mit Unterstützung der Deutschen Botschaft in Managua wurde ein eigenes Projekthaus gebaut.

1998 wütet der Hurrikan Mitch über Nicaragua und verwüstete dabei weite Teile des Landes. Viele Menschen wurde obdachlos. Unser Verein hat einen Aufruf zur Soforthilfe gestartet und das Projekt Niños del Fortin ist Anlaufstelle für die Opfer des Mitch. Das Projekt wird auf 150 Kinder erweitert.

1999 erfolgt die Grundsteinlegung für ein Häuserbauprojekt für 52 Familien vom Müllberg, die bei der Hurrican-Katastrophe alles verloren hatten. Aus den Mitteln unseres Spendenaufrufs baute der Verein für 180. 000 US$ eine kleine Siedlung mit dem Namen Hamburgo am Rande von Leon.

2001 wird das Projekt für die drogenabhängigen Straßenkinder umbenannt in Chavaladas. In diesem Jahr erfolgt auch der Kauf und die Einrichtung eines projekteigenen Hauses, in dem nun auch eine Unterbringung einzelner Kinder möglich ist.

2002 hat der Verein bei der Initiierung eines handwerklichen Ausbildungszentrums mitgewirkt. Folgende Berufe werden angeboten: Maurer, Klempner und Elektriker. Dieses Projekt wurde bis 2008 finanziert durch „Ärzte für die dritte Welt“.

2009 feierte der Verein Helft Nicaraguas Kindern sein 25-jähriges Bestehen.

Heute fließen alle Spendengelder, die zur Verfügung stehen, in die beiden Projekte Chavaladas (Straßenkinder) und Niños del Fortín (Kinder vom Müllberg).

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